Dienstag, 22. Juni 2010

Verantwortung

Ich komme gerade von meiner Schwester zurück nach Hause. Ich habe ihr von dem Gebetskreis erzählt und wir haben sehr lang darüber gesprochen. Sie hat nicht ganz so reagiert wie ich es erwartet hatte. Zunächst hat sie sich zwar gefreut, wurde dann aber immer zweifelnder. Erstens, weil sie wohl von meinem plötzlich derart starken Engagement überrascht ist und zweitens, weil sie Angst hat, ich könnte die Verantwortung, die eine solche Aufgabe mit sich bringt, unterschätzen. Kurzzeitig hat sie mich in meiner Euphorie gebremst, aber wirklich nur für einen ganz kurzen Moment. Ganz schnell war ich dann wieder völlig überzeugt davon, mit der Verantwortung umgehen zu können. Ja dass ich sie gar nicht als eine belastende empfinden kann. Sondern ein Geschenk, das ich freudig bin entgegen nehmen zu dürfen. Es ist eine große Chance, das tun zu können, wofür ich hier bin.

Montag, 21. Juni 2010

Eine Aufgabe

Mein gestriges Treffen mit dem Pfarrer war sehr bedeutsam. Wir haben mindestens zwei Stunden miteinander gesprochen, ich konnte gar nicht mehr aufhören zu erzählen und doch versuche ich mich nun kurz zu fassen:
Ab nächster Woche leite ich den wöchentlichen Gebetskreis am Montagabend. Er ist dazu gedacht, sterbender und kranker Menschen durch Gebet zu gedenken, aber auch für jene, die bereits in Gottes Händen sind.
Meine Worte sollen die Gemeinschaft wie ein geistiges Band zusammen halten, den Menschen Zuversicht geben oder Trost spenden. Gott gibt mir Zuversicht, das zu schaffen. Nun stehe ich endgültig in Seiner Pflicht.

Samstag, 19. Juni 2010

Gutes tun

Morgen bin ich nach dem Gottesdienst mit unserem Pfarrer verabredet. Ich möchte mehr für unsere Gemeinde tun, als bloß ein Teil von ihr zu sein. Er sagte, er wüsste vielleicht schon etwas, wollte es mir aber noch nicht verraten. Ich bin gespannt und freue mich sehr auf morgen!

Montag, 14. Juni 2010

Für Elisabeth

Elisabeth brachte mich auf die Idee, nach Heiligengeschichten zu suchen. Es existieren sogar mehrerer solcher Seiten. Auf einer, nämlich dieser: http://www.heiligenlegenden.de/ fand ich zum heutigen Datum dies:

"Man erzählt vom heiligen Erzbischof Hartwig unter anderem auch folgende wunderbare Begebenheit. Einst begab er sich am Fest des heiligen Andreas an einem Ort seiner Diözese, der Thale hieß. Es war ein kalter Wintertag. Der heilige Bischof wollte die Kirche dieses Ortes einweihen. Der Weg führte ihn durch einen Wald. Hier brach er einen Zweig von einem Baum ab und trug ihn eine Weile in der Hand. Plötzlich zeigten sich an dem Zweig die freundlichsten Blühten. Dieser Zweig wurde von den Gläubigen als kostbare Erinnerung an diese wunderbare Begebenheit lange Zeit aufbewahrt. Die Stelle aber, wo der abgerissene Zweig zu blühen begann, nannte man Blühenbach."

Nicht nur, dass es ziemlich gut zu meinem letzten Eintrag passt, in dem ich von Braunlage erzählte. Auch heißt es über den Erzbischof Harwtig:

"Seine größte Sorgfalt wendete der treue Hirte den Armen und Verlassenen zu. Er war der Vater der Waisen und der Schutz der Witwen. Den Betrübten war er ein Tröster, und die dem Tode der Seele verfallenen waren, erweckte er wieder zum neuen Leben aus Gott, zu lebendigen Gliedern am Leibe Jesu Christi."

Dass es Menschen gibt über die man so etwas sagen kannt, erfüllt mich mit unendlicher Hoffnung. In unsere Welt gibt es sowas doch fast gar nicht mehr (das fällt mir gerade heute, an einem Montag auf). Jeder lebt für sich. Das ist es, was mich immer für den christlichen Glauben offen gehalten hat - die Nächstenliebe. Dafür scheint iim Alltag der meisten wenig Platz zu sein.

Im Antiquariat

Heute wollte ich eine Bibel kaufen. Dazu bin ich in ein kleines Antiquariat in meinem Wohnviertel gegangen und habe den Mann hinter der kleinen Theke nach einem Exemplar gefragt. Er glaubte keine Bibel zu besitzen. Da wollte ich den Laden wieder verlassen, als mir ein grünfarbener verzierter Umschlag ins Auge fiel, auf dem sich Ähren rankten.
Ich griff das Buch aus dem Regal und wusste, noch bevor ich hinsah, dass ich ein besonders schönes Exemplar der Bibel in den Händen hielt.
Der Verkäufer behauptete, dieses Exemplar nie zuvor gesehen zu haben und wollte es mir nicht sogleich verkaufen. Doch als ich zu ihm sprach, änderte er seine Meinung schlagartig. Er hatte augenblicklich verstanden, dass dieses Buch zu mir gehörte, so wie ich wieder jene eigentümliche Wärme spürte, als ich es aus dem Regal griff.

Sonntag, 13. Juni 2010

Der Steinpfahl auf dem Wurmberg


Noch nie habe ich mich an einem Sonntag gelangweilt, vielmehr ist es für mich der schönste Tag der Woche. Mir scheint, dass die Menschen stiller werden, wenn sie nicht mehr einkaufen können und keine dringlichen Verpflichtungen haben. Eine Stimmung wie in einer Andacht, in der die Gedanken endlich die Ruhe haben, sich zu sammeln. Manchmal stelle ich mir so ein Gefühl durch Wochenendreisen her, ein kleiner Luxus, den ich mir ab und an gönne.

Im November letzten Jahres bin ich nach Braunlage in den Harz gefahren um dort den Wurmberg zu Fuß zu besteigen. Es war sehr kalt und windig und ich sichtete kaum andere Menschen; die Seilbahn war außer Betrieb und die Meisten kommen nur wegen des Skifahrens her. Meine Schuhe waren nicht wetterfest, so dass ich bereits nach den ersten hundert Metern nasse Füße hatte. Da entdeckte ich eine Bank am Wegesrand - sie war so eingeschneit, dass ich sie fast übersehen hätte - auf der ich mich kurz ausruhen wollte. Doch als ich mich näherte, bemerkte ich einen langen, schmalen Steinpfahl von ungefähr zwei Metern Höhe, mit einer Vertiefung im oberen Drittel. In dieser Kuhle war ein Bild gemeißelt, das die Gestalt eines Menschen erkennen ließ, darum waren eine Ähre und ein Rebstock abgebildet. Die Gestalt musste Jesus sein, ich wusste es sofort. Eine Wärme breitet sich in meinen Körper aus und ich spürte die Kälte nicht mehr. Ich ließ die Bank außer Acht und stieg in einem Zug die noch verbleibenden 800 Meter auf die Spitze des Berges.
Auf dem Rückweg wollte ich unbedingt wieder am Steinpfahl Halt machen, doch selbst nach langer Suche fand ich ihn nicht mehr.

Freitag, 11. Juni 2010

Gloria

Gerade habe ich noch ein tolles Lied im Radio gehört, das ich gerne mit euch teilen möchte, "Gloria" von der Band U2.
Ist ein bisschen rockiger, aber hört es euch einfach mal an, mich hat der Text wirklich begeistert! Außerdem ist es sehr charmant wie der Sänger am Anfang deutsch zum Publikum spricht.
Das Kruzifix habe ich an meinen Türrahmen gehängt.

Gottes Plan?

Dass diese Dinge, über die ich hier schreibe, mit einem besonderen Plan Gottes für mich zusammenhängen, das hätte ich nie gewagt, auch nur anzudenken. Trotzdem: Es arbeitet schon Jahre in mir und dass es um etwas Großes geht, das habe ich schon länger im Gefühl. Viel mehr als man es hier lesen kann, habe ich all die Zeichen in meinem Kopf hin und her gewälzt. So direkt mit Gott konnte oder wollte ich das alles nicht in Zusammenhang bringen, aber langsam muss ich es eingestehen. Er zeigt mir immer wieder, dass Er mich ausgestattet hat, um ihm zu dienen. Und zwar nicht nur um Glauben, sondern ganz konkret, im Umgang mit den Menschen, die ihren Weg noch suchen oder Hilfe brauchen. Heute lag ein Kruzifix in meinem Briefkasten. Ich fühle eine innere Kraft, die sich immer drängender ihren Weg nach außen sucht.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Mein Glaube und mein Geruch

Eigentlich glaube ich nicht an Zufälle. Trotz der letzten Ereignisse bin ich mir sicher, dass alles was passiert, einen Grund hat. Heute hat mich dieser Glaube ein wenig in Verlegenheit gebracht. Denn als ich am Sonntag die Messe besuchte, bemerkte meine Banknachbarin, eine ältere Frau, dass ich sehr angenehm riechen würde. Sie lächelte mir zu und nickte dann freundlich, aber auch ernst in meine Richtung. Nur wenige Wochen zuvor, wurde ich von einem Mann meines Alters auf der Fahrt von Hildesheim nach Hannover gefragt, ob ich Botaniker sei. Ich würde so stark nach Veilchen riechen. Er kam aus dem vorderen Teil des Zugabteils bis zur Mitte zu mir herüber, da der Geruch angeblich den Waggon erfüllte, obwohl ich nichts davon spürte. Jetzt habe ich herausgefunden, was dieser Geruch bedeuten könnte. Beim Stöbern im Internet bin ich auf diese Homepage gestoßen.
Heilige verströmen Wohlgeruch. Es fällt mir schwer, diese Erklärung anzunehmen. Ich bin ein genügsamer Mittvierziger, der jeden Tag zur Arbeit geht, sich danach Nudeln kocht und die Tagesschau schaut. Und trotzdem ist etwas anders an mir. Es wäre töricht, meine Fähigkeiten nicht zu nutzen. Ich glaube immer mehr, dass es einen ganz bestimmten Grund hat, warum ich so bin, wie ich bin. Warum ich Menschen und Tiere beruhige und mir in brenzligen Situation nie etwas passiert. Ich glaube ich bin da, um zu helfen.

Samstag, 15. Mai 2010

Mitten ins Schwarze

Am Tag, an dem der Unfall passiert war, bat mich meine Schwester zu ihr nach Hause zu fahren. Sie hat eine Tochter, die in die dritte Klasse geht und ich sollte auf sie aufpassen, solange die beiden im Krankenhaus waren. Sie hat es überraschend gefasst aufgenommen. Ich musste ihr mein Ehrenwort geben, dass ihre Eltern ganz schnell wieder gesund werden, das hat ihr genügt. Sie kennt mich relativ gut, weil ich ungefähr einmal pro Monat vorbeikomme. Am Abend half ich ihr bei den Hausaufgaben. Weil am nächsten Tag eine Klassenarbeit anstand, fragte ich sie noch ein paar Sachen ab. Sie konnte alles richtig beantworten, war aber trotzdem nervös. Ich war vor Prüfungen eigentlich nie nervös. Auch wenn ich niemand war, dem einfach alles zufliegt, hatte ich immer Glück. Denn wenn ich nicht alles schaffte zu lernen, lernte ich eben auf Lücke. Und es kam immer genau das dran, was ich gut konnte. So kam ich immer gut durch. Sogar bei der Führerscheinprüfung, auf die ich wirklich nicht besonders gut vorbereitet war, habe ich es gleich beim ersten Mal geschafft. Meine Schwester hat früher immer gesagt, dass ich ein Glückskind sei. Das sagt sie auch heute noch manchmal. Nur nach dem Unfall nicht. Da musste sie mich nur ansehen, und wir wussten beide, was sie meinte.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Glück und Unglück

Es hat einen Grund, weshalb ich so lange nicht mehr online war. Dieser Grund ist sehr traurig und persönlich, gleichzeitig aber sehr positiv, weshalb ich mich entschlossen habe, trotzdem davon zu erzählen. Es gab einen Unfall. Als ich am 14. März abends mit meiner Schwester und ihrem Mann in die Kirche fuhr, rammte uns im Kreisverkehr ein BMW. Er traf die Front an der Seite des Wagens, so dass mein Schwager die Kontrolle über das Steuer verlor und von der Spur abkam. Dort wurden wir erneut gerammt, diesmal an der rechten Front, wo meine Schwester im Beifahrersitz saß.

Es war alles wie in Zeitlupe, ich konnte nur zuschauen, als wäre das ein Film, den ich sehe, nicht die Wirklichkeit. Plötzlich sah ich Blut. Dann blieb das Auto stehen. Mein Schwager schrie etwas, meine Schwester rührte sich nicht, aus ihrer Nase lief Blut. Meine Hände zittern, während ich das hier schreibe. Ich dachte, sie wäre bewusstlos geworden. Und in dem Moment erfasste mich plötzlich eine Ruhe, von der ich nicht sagen kann, wo sie herkam. Ich zog mein Handy aus der Tasche und wählte 112, dann sah ich zu meinem Schwager, der die Augen geschlossen hielt und röchelnd atmete. Ich sagte ihm, dass alles gut wird und ergriff die Hand meiner Schwester, um ihren Puls zu fühlen. Er schlug ganz regelmäßig, aber ihre Hand hing schlaff herunter. Doch als ich ihre Hand leicht drückte, spürte ich eine leichten Gegendruck, mit dem sie meine Geste erwiderte. Wenige Sekunden bevor der Notarzt kam, schlug meine Schwester die Augen wieder auf. Obwohl sie Schmerzen haben musste, ist sie ganz ruhig sitzen geblieben und hat weiter meine Hand gehalten. Dann trugen die Sanitäter meine Schwester aus dem Wagen und nahmen auch meinen Schwager mit, der noch ziemlich benommen war. Ich stieg selbst aus dem Auto. Mir war gar nichts passiert.


Die ganzen Bilder kommen wieder, die Angst um meine Schwester, aber vor allem das erstaunliche Moment der Ruhe, das mich so plötzlich erfasste. Noch immer kann ich es nicht ganz fassen. Meiner Schwester geht es wieder sehr gut, sie hat sich zum Glück nur das Nasenbein gebrochen. Mein Schwager hat eine Rippenprellung. Er tut sich noch schwer damit, wieder Auto zu fahren und hat anscheinend einen leichten Schock erlitten. Mir hingegen ist nichts passiert. Auch während des Unfalls fühlte ich mich mehr wie ein Zuschauer, als ein Beteiligter. So als könnte meinem Körper nichts passieren, als sei ich da, um das Richtige im richtigen Moment zu tun. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich da war.

Freitag, 19. Februar 2010

Der bellende Hund

Die erste Geschichte, die ich erzählen will, ist mir erst gestern beim Einkaufen passiert. Jemand hatte vor dem Supermarkt seinen Hund angeleint. Der jaulte und kläffte die ganze Zeit, während ich an der Kasse stand. Erst hatte mich das nicht weiter interessiert, aber als ich heraus kam, sah ich, dass dem Hund ein Kind gegenüberstand. Ein kleines Mädchen von vielleicht sechs oder sieben Jahren, das wie erstarrt mit dem Rücken zur Wand neben dem Eingang stand. Verkrampft hielt es seinen Turnbeutel in der Hand und schaute auf den Boden. Dem Hund floss schon der Speichel aus dem Maul. Er keuchte fast, weil er sich durch sein eigenes Ziehen das Halsband immer enger um die Kehle schnürte. So, als könnte ich gar nicht anders, machte ich einen Schritt auf ihn zu. Er tobte weiter. Ich machte noch einen, dann noch einen und langsam fing er an zurückzuweichen. Er wurde leiser. Als ich nah vor ihm stand, streckte ich meine Hand aus und legte sie ihm auf den Kopf. Er winselte einmal kurz, senkte seinen Kopf und schob seine Schnauze zwischen meine Beine. So blieb er ungefähr eine Minute, kam dann wieder hervor und fing an, meine Hand zu lecken und dabei wie wild mit dem Schwanz zu wedeln. Ich hockte mich zu ihm herunter und schaute zu dem Mädchen rüber. Es kam zu mir, flüsterte „Danke“ und lief davon.

Ich selbst habe nie Haustiere gehabt, bin nie ein besonders großer Tierfreund gewesen. Ich habe schon davon gehört, dass manche Hunde eher Männer oder Frauen bevorzugen bzw. aggressiv auf das eine oder andere Geschlecht reagieren. Vielleicht hat das Mädchen den Hund auch geärgert, was ich mir allerdings nur schwer vorstellen kann. Mir sind solche Sachen schon öfter passiert. Nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Menschen, auf die ich eine beruhigende Wirkung zu haben scheine. Das war eigentlich schon immer so. Nur in letzter Zeit häufen sich diese Situationen, und ich frage mich, ob es dafür eine Erklärung gibt.

Ich habe diesen Blog eröffnet, weil...

...ich hoffe, mir so über einige Dinge klarer zu werden. In letzter Zeit sind mir Sachen passiert, die mich nachdenklich gemacht haben. Begebenheiten, die ich mir nicht erklären konnte und kann. Ich arbeite schon jahrelang im medizinischen Bereich, gehöre also eher zu den rational denkenden Menschen. Aber es gibt Situationen, in denen man mit Logik oder Beweisen nicht weit kommt und genau um diese soll es in meinem Blog gehen. Ich will versuchen zu verstehen, wieso manche Dinge geschehen oder genau so geschehen, wie sie eben geschehen. Vielleicht können Sie oder Ihr mir dabei helfen, hinter die Dinge zu sehen und Antworten zu finden. Der ein oder andere mag ähnliche Erfahrungen gemacht haben, die er oder sie hier gerne posten kann, über die wir gemeinsam nachdenken können.