Eigentlich glaube ich nicht an Zufälle. Trotz der letzten Ereignisse bin ich mir sicher, dass alles was passiert, einen Grund hat. Heute hat mich dieser Glaube ein wenig in Verlegenheit gebracht. Denn als ich am Sonntag die Messe besuchte, bemerkte meine Banknachbarin, eine ältere Frau, dass ich sehr angenehm riechen würde. Sie lächelte mir zu und nickte dann freundlich, aber auch ernst in meine Richtung. Nur wenige Wochen zuvor, wurde ich von einem Mann meines Alters auf der Fahrt von Hildesheim nach Hannover gefragt, ob ich Botaniker sei. Ich würde so stark nach Veilchen riechen. Er kam aus dem vorderen Teil des Zugabteils bis zur Mitte zu mir herüber, da der Geruch angeblich den Waggon erfüllte, obwohl ich nichts davon spürte. Jetzt habe ich herausgefunden, was dieser Geruch bedeuten könnte. Beim Stöbern im Internet bin ich auf diese Homepage gestoßen.
Heilige verströmen Wohlgeruch. Es fällt mir schwer, diese Erklärung anzunehmen. Ich bin ein genügsamer Mittvierziger, der jeden Tag zur Arbeit geht, sich danach Nudeln kocht und die Tagesschau schaut. Und trotzdem ist etwas anders an mir. Es wäre töricht, meine Fähigkeiten nicht zu nutzen. Ich glaube immer mehr, dass es einen ganz bestimmten Grund hat, warum ich so bin, wie ich bin. Warum ich Menschen und Tiere beruhige und mir in brenzligen Situation nie etwas passiert. Ich glaube ich bin da, um zu helfen.
Donnerstag, 10. Juni 2010
Mein Glaube und mein Geruch
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